Magnesiumhilfe: Erfahrungsberichte

Erfahrungsberichte

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Erfahrungsbericht von Dr. S. D., geb. 1937

Ich wurde 1937 geboren. Als Kind war ich dauernd krank, hatte häufige Infekte, eine Drüsen- und Mandelentzündung. Mit 7 Jahren hatte ich eine "Gastritis"; danach empfand ich immer wieder Oberbauchbeschwerden. Schon als Kind war mir häufig drieselig (z.B. beim Beeren suchen), ich litt unter Gleichgewichtsstörungen und Schwindel. Ich habe bis heute Probleme, durch die Tür zu kommen und nicht anzuecken. Geräteturnen war furchtbar; vom Turm konnte ich wegen eines angeborenen Augenfehlers nicht springen, obwohl mir aber das Schwimmen leicht fiel. Nach einem Unfall beim Springen wurde ich vom Turmspringen befreit. 100m-Läufe mußte ich nach 75m abbrechen, war völlig kraftlos. Ich hatte sehr häufig Kopfschmerzen, schlief unheimlich viel. In der Pubertät kamen hormonelle Störungen hinzu (prämenstruelles Syndrom). Besonders in Streßsituationen hatte ich Kopfschmerzen, die ich mit apothekenpflichtigen Schmerzmitteln selbst behandelte. Ungerechtigkeiten und Diffamierungen regten mich am meisten auf. Ab 16. Lebensjahr litt ich unter schmerzhaften Schreibkrämpfen, besonders dann, wenn ich mitschreiben mußte oder wollte. Während des Medizinstudiums litt ich an "vegetativer Dystonie" (Selbstdiagnose). Immer hieß es: "Mensch, reiß dich zusammen." Mit 20 Jahren vertrug ich bereits keinen Alkohol (Taubheitsgefühle im Mund- und Fingerspitzenbereich, alles schmeckte pelzig). Auch Dolcontral (ein Schmerzmittel) vertrug ich nicht (als wenn man geistig und körperlich abstürzt). 1960 machte ich mein Staatsexamen. Nach dem Studium wurden die Migräneanfälle immer schwerer; ich war dann oft nicht fähig, über die Straße zu gehen. Schon als junger Ärztin fiel mir auf, daß ich auf Dauer eine geringere Leistungsstärke als der Durchschnitt hatte. Z.B. nach dem Nachtdienst war ich so erschöpft, daß ich oft sofort einschlief und ca. 3-4 Tage für die Regeneration brauchte. Im Nachtdienst selbst war ich voll wach, fast überdreht und konnte in den Pausen nicht abschalten bzw. kurz schlafen. Andererseits benötigte ich viel Schlaf. 1963 hatte ich in der Chirurgie Probleme beim Stehen im OP und beim Hakenhalten (Finger krampften). Fast jede Nacht gegen 4 Uhr hatte ich Oberbauchbeschwerden und Sphincterkrämpfe (Sphincter ani). Seit den 60er Jahren nahm ich 3 x 1 Faustan zur Beruhigung. 1966 versuchte ich ein Training, um mit weniger Schlaf auszukommen, aber nach 10 Wochen drehte sich alles. Die Schwindelbeschwerden gingen nicht mehr weg. Danach war ich ein Vierteljahr arbeitsunfähig. 1971 hatte ich erstmals Wadenkrämpfe nach einer Skitour - aufgrund einer "Überanstrengung".

Während der "Regel" hatte ich starke Schmerzen, sie waren unregelmäßig in Abstand, Dauer und Stärke. Nach mehreren Fehlgeburten wurde 1972 mit einer Hormontherapie zur Erhaltung der Schwangerschaft begonnen - und als ich 34 Jahre alt war - meine Tochter bei Präeklampsie geboren (3 Wochen vor dem Termin). Sie war unterernährt. Noch bevor sie 6 Jahre alt war, fiel sie der Kinderärztin wegen nervöser Störungen, häufiger Infekte und Allergien auf. Als sie dem Neurologen vorgestellt werden sollte, hat dieser mich gefragt, ob ich eine Tetanie hätte. Damals verneinte ich, weil ich keine Muskelkrämpfe, die mit Pfötchenstellung einhergehen, hatte. Mit 40 Jahren litt ich häufig unter sehr harten Muskeln und heulte vor Schmerzen; in dieser Zeit wurde ich öfters krankgeschrieben. CA Dr. Sachse (FA für Neurologie und Psychiatrie sowie FA für Physiotherapie, Berlin-Friedrichshain) sprach, nachdem er viele Details erfragte, das erste Mal von einem Tetanieverdacht. Er hat 1978/79 mir erstmals Magnesium verschrieben und mich damals zu Dr. Fehlinger in die Charite überwiesen, der eine sehr ausführliche Krankengeschichte aufnahm. Nach mehreren Unfällen in den 60er Jahren hatte ich 1966 zweimal Thrombophlebitis im linken Bein; da waren auch Sensibilitätsstörungen und Schmerzen jahrelang zu spüren. 1979 begannen Sehstörungen, Geschmacks-, Geruchs- und Schluckstörungen. Ich bin jetzt auf dem linken Auge extrem kurzsichtig. Seit 1980 traten sog. TIA's (vorübergehende Unterversorgung des Gehirns) bei mir auf, 1986 mit einer Halbseitenproblematik (Lähmungserscheinungen auf einer Seite). 1988 wurde ein HOPS (Hirnorganisches Psychosyndrom) diagnostiziert, ich wurde berentet. 1991 wurde von Dr. Seeger (FA für Nephrologie) eine tubuläre Niereninsuffizienz bei mir festgestellt und der Magnesiummangel (Störung der Magnesium-Rückresorption) darauf zurückgeführt. Jetzt werde ich vierteljährlich kontrolliert.

Seit 1995 treten vorübergehende Durchblutungsstörungen an den Finger- und Zehenspitzen auf: Diese sind dann livide gefärbt und kalt. 1996 bin ich gestürzt und seitdem falle ich zunehmend öfters hin. Ich bin im Gang unsicher, falle nach vorn, Knie und Hände sind oft blau. 1997 wurde die Mimik starrer; diese Zeichen sollen zu einer Krankheit namens Morphea gehören (Sklerodermie-Formenkreis). Seit 4 - 6 Jahren habe ich Knochen- und Muskelschmerzen. Eine Osteoporose wurde aber ausgeschlossen. Diese Zeit ist von Zittern und Hinfallen geprägt. Zähneputzen, Ankleiden, Kontaktlinsen anlegen - alles fällt mir schwer. Seit dieser Zeit habe ich auch Inkontinenzprobleme. 1998 starb mein Vater. Seit dieser Zeit litt ich unter Depressionen. Im Jahr 2000 hegte ich den Verdacht auf einen Morbus Parkinson (Schüttellähmung). Denn auch bei meiner Mutter war ein M. Parkinson diagnostiziert worden. Mit den Arzneimitteln gegen den M.Parkinson gingen auch meine Depressionen weg.

Seit 2000/2001, d.h. seit 2 Jahren, geht die Kraft in der Stimme verloren. Unter Anstrengungen versagt die Stimme. Gegenwärtig versuche ich, durch Gymnastik (Tai-Chi jeden Freitag, Seniorengymnastik jeden Mittwoch) und durch manuelle Therapie bzw. spezielle Krankengymnastik, meine noch vorhandene muskuläre Beweglichkeit zu erhalten.

Ich habe verschiedene Magnesiumpräparate ausprobiert. Magnesiumcitrat ist mir zu sauer und macht Blähungen, hilft aber bei Problemen am schnellsten. Magnesiocard und Magnerot bekommen mir besser. Seit 1980 nehme ich Magnesium ein, seit dieser Zeit habe ich die Dosis gesteigert. Jetzt nehme ich täglich 1200 mg ein. Ab 1991 erhielt ich auch alle 14 Tage Magnesium-Infusionen, weil der Magen zu empfindlich wurde. Seit 2001 bin ich aber aus dem Infusionsprogramm ausgestiegen, weil die Venen zu zerstochen waren. Stattdessen nehme ich jetzt über den ganzen Tag verteilt Magnesium mit Hilfe einer Trinkflasche kontinuierlich ein.

S. D., 08 Januar 2003

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