Magnesiumhilfe: Erfahrungsberichte

Erfahrungsberichte

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Erfahrungsbericht von Dr. I. Sch., geb. 1940

Als Kind mußte ich wegen Haltungsschwäche und Knick-Senkfüßen zum "orthopädischen Turnen", d.h. Einzelkrankengymnastik mit Anleitung zu häuslichen Übungen. Das ging über einige Jahre so. Ich fühlte mich dabei jedoch voll leistungsfähig. Im Sportunterricht war ich sehr gut im Geräteturnen und sollte daraufhin in die Kinder- und Jugendsportschule ab 9. Klasse aufgenommen werden - das wollte ich nicht, denn ich wollte Medizin studieren.

In der Leichtathletik hatte ich beim Laufen nach Zeit und über längere Strecken meine Schwierigkeiten - ich bekam Luftnot, Schwäche in der Muskulatur und Kreislaufprobleme. Mit ca. 16 Jahren bekam ich zyklusabhängig jeden Monat starke Unterbauchkrämpfe, wurde öfter auf der Straße vor Schmerz bewußtlos und wachte in einer Klinik auf der Gynäkologie auf: Diagnose schmerzhafter Eisprung.

Wegen niedrigem Blutdruck, den ich auch heute noch habe, war ich oft präkollaptisch, besonders beim Stehen. Mit 18 Jahren war ich 20 Minuten in einer Straßenbahn bewußtlos, nachdem ich einer älteren Frau meinen Sitzplatz überlassen hatte.

Ich litt schon früh unter manchmal Tage anhaltenden Kopfschmerzen sowie auch Rückenschmerzen. Da ich ein lebensbejahender Mensch war, steckte ich das alles weg. Ich studierte Medizin, absolvierte die Facharztausbildung und ging in meiner Arbeit in der Klinik auf. Chirurgie war meine Leidenschaft - ich merkte jedoch, daß ich diese körperliche Beanspruchung - zum täglichen dienst zusätzlich 10 Nachtdienste im Monat im Unfallkrankenhaus, nicht durchstehen kann. So habe ich schweren Herzens der operativen Medizin doch ade gesagt.

Mit 31 und 32 Jahren gebar ich meine Söhne. Erst danach begann ich, gelegentlich Unterschenkelkrämpfe (Schienbeinmuskulatur) zu bekommen - für mich, da auch "Tetanie" unter anderem in der Ausbildung berührt wurde, untypisch - in den Lehrbüchern stand so etwas nicht drin - und steht heute auch nicht drin! Ich war sehr ehrgeizig und forderte mich beruflich voll, bis ich 1982/83 eine TIA (vorübergehende ischämische Attacke) in der Nacht bekam, die glücklicherweise ohne Folgen verlief. Nun ging ich zum Neurologen, ließ mir EEG und CT machen - ich wollte einen Tumor ausschließen - dachte nicht an Magnesium - der Neurologe übrigens auch nicht. Außerdem ließ ich mich noch in der Physiotherapie behandeln und bekam von der Kollegin Magnesium wegen meiner Wirbelsäulenbeschwerden mit neuromuskulären Reizerscheinungen sowie migräneartigen Kopfschmerzen verordnet.

Ich ging dann von mir aus zu Dr. Fauk (damals Oberarzt an der Nervenklink der Charite). Er schickte mich zu Prof. Fehlinger, der ein Tetanisches Syndrom diagnostizierte. Ich sagte ihm, daß ich das nicht richtig glaube - mir geht es zu gut dafür. Prof. Fehlinger schickte mich nach Belzig zu Dr. Scheerer zur funktionellen Herz-Kreislauf-Kur. Dort bemerkte ich doch, nachdem ich beruflich weiter stark gestreßt hatte, meine körperlichen Leistungsgrenzen. Ich mußte also lernen, meine Kräfte einzuteilen.

Kurz vor dem 50. Lebensjahr wurde ich wegen Wirbelsäulenleiden und Mineralstoffwechselstörungen invalidisiert. - Ich wollte dieses Urteil nicht annehmen, mußte es aber nach zwei fehlgeschlagenen Arbeitsversuchen als Direktor einer großen Gesundheitseinrichtung mit 250 Mitarbeitern doch akzeptieren.

Ich merke jetzt nach vielen Jahren multiple Krankheitssymptome wie Kopfschmerzen, Sehstörungen, Kreislaufstörungen, Eingeweide- und Muskelkrämpfe. Paraesthesien in unterschiedlicher Qualität und Quantität. Wenn ich auf meinen Körper höre und meine Aktivitäten danach richte, geht es mir einigermaßen gut mit Magnesium- und Calciumtherapie.

Meine Mutter und mein erstgeborener Sohn haben auch ein tetanisches Syndrom, das mit Magnesium therapiert wird.

Mineralien sollten bei entsprechender Notwendigkeit durch die Krankenkassen erstattungsfähig sein. Die Medizinstudenten und Ärzte sowie Hochschullehrer sollten das Krankheitsbild stärker berücksichtigen. Ich versuche, andere Menschen über Magnesiummangel aufzuklären, und rate dazu, sich an einen entsprechenden Arzt oder an unsere Selbsthilfegruppe zu wenden.

I. Sch., Februar 2003

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